26.06.2020

Sichere Stromversorgung für Wassergewinnung der Region

EVO übernimmt Stromnetz an „Langer Schneise“ / ZWO-Chef Petermann: „Konzentration aufs Kerngeschäft“

STADT UND KREIS OFFENBACH, 26. Juni 2020. Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) hat das 4,4 Kilometer lange Mittelspannungsnetz des Zweckverbands Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) übernommen. Insgesamt sind sechs Übergabestationen an der „Langen Schneise“ im Seligenstädter Stadtwald an das Netz angeschlossen. Darüber werden die Wassergewinnungsanlagen des ZWO mit Strom versorgt. „Wir vertrauen der EVO gerne unser Stromnetz an; da wissen wir, dass alles bestens funktioniert. Durch den Verkauf des Netzes können wir uns noch stärker auf unser bewährtes Kerngeschäft konzentrieren – der Bereitstellung von frischem Trinkwasser“, begründete ZWO-Geschäftsführer Bernd Petermann die Entscheidung seines Unternehmens. 

„Das ist die Fortsetzung einer erfolgreichen Partnerschaft“, machte der EVO-Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Meier deutlich und erinnerte an den Bau von insgesamt 4.600 Quadratmeter großen PV-Anlagen auf vier der sechs Wasserwerke des ZWO im vergangenen Jahr. Der aktuelle Übergang des Stromnetzes ergebe in jeder Hinsicht Sinn: „Die Versorgung der Bürger in Stadt und Kreis Offenbach mit Trinkwasser ist beim ZWO in besten Händen. Unser Kerngeschäft ist dafür der sichere und zukunftsorientierte Betrieb des Stromnetzes in der Region“, urteilte Dr. Meier. 

Weil der Bereitschaftsdienst der EVO-Tochterfirma Energienetze Offenbach GmbH (ENO) nicht von Offenbach aus starte, sondern direkt aus der Fläche im Kreisgebiet, „können wir bei einer Störung sofort eingreifen und Schäden in der Regel schnell beheben“, führte Dr. Meier bei der offiziellen Übergabe des Stromnetzes am ZWO-Wasserwerk in Seligenstadt weiter aus. Der „Start aus der Fläche“ der ENO-Monteure mit kurzen Wegen hat positive Folgen für die Bürger: Seinen Worten zufolge beträgt die statistische Stromausfallzeit des Mittelspannungsnetzes im ENO-Netzgebiet lediglich 1,2 Minuten pro Jahr – im bundesdeutschen Durchschnitt liegt dieser Wert bei rund 11 Minuten.

Durch das Stromnetz in einer Hand ergibt sich nach Worten von Günther Weiß, dem EVO-Technikvorstand, eine höhere Versorgungssicherheit durch vermehrte Verknüpfungspunkte. „Ein engmaschiges und großes Netz verhindert das Auftreten von technischen Instabilitäten, die kleinere Netz-Einheiten mit sich bringen können“, sagte Weiß. Neben der Einbindung ins umgebende Netz, dem ortsansässigen Bereitschaftsdienst und der kontinuierlichen Modernisierung des Stromnetzes trage auch die regelmäßige Inspektion der Freileitungen vom Hubschrauber aus zu den geringen Ausfallzeiten bei. Für die reibungslose Stromübertragung unterhält die EVO zehn Umspannwerke, in denen die Hochspannung von 110.000 auf 20.000 Volt reduziert wird. Insgesamt stehen im gesamten Netzgebiet Leitungen mit einer Länge von mehr 2.400 Kilometern unter Spannung, worüber mehr als 220.000 Einwohner sicher und zuverlässig mit Strom versorgt werden.